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SHV - FORUM GEHIRN organisiert 1. Hirntag in Thüringen

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Teilnemer Der erste Thüringer Hirntag, organisiert durch den Bundesverband SHV - FORUM GEHIRN e.V. und vertreten von Betroffenen und Angehörigen des Freistaates Thüringen wurde in Kooperation mit der m & i Klinik Bad Liebenstein, gefördert durch die AOK plus Thüringen, am 18. Juni 2010 durchgeführt.
Die Landesvertreterin für Thüringen, Frau Ingrid Zoeger, begrüßte die Teilnehmer aus den Bereichen Reha, Pflege und Therapie. Besonders erfreulich war, dass doch viele Betroffene und Angehörige an der Fachtagung teilnahmen. Die Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Frau Heike Taubert, konnte an der Tagung nicht teilnehmen, grüßte aber in einem Schreiben die Teilnehmer und wünschte einen guten Verlauf. Von den Kostenträgern ist nur die Unfallkasse Thüringen der Einladung gefolgt, alle anderen reagierten erst gar nicht.


Zu Beginn wurde der Film „Kristin lebt“ gezeigt. Ein eindrucksvoller Beitrag als Auftakt der Tagung. Der Film entstand bei JAWOHL TV (AWO) in Zusammenarbeit mit der Familie Wolf, die durch einen Schicksalsschlag getroffen, ihre Tochter im Wachkoma umsorgt.
Flotti-Lotti „Hallo, ich bin - Lotti Flotti - Klinikclown“. Karin Esche brachte als Klinikclown ihr Anliegen den Teilnehmern nahe. Sie wolle den Menschen nahe sein, ihnen Freude bringen. Dies ist besonders wichtig bei den Kranken und hilfebedürftigen Menschen, unabhängig vom Alter und von der Krankheit. Freude hilft für einen Moment die Gegenwart zu vergessen und bringt sie in eine Welt der Fröhlichkeit und des Lachens. Wir haben verstanden, dass sie sich akribisch auf den Einzelnen vorbereiten muss und sich dann doch wiederum auf den anderen Menschen einlässt. Lachen lässt sich nicht erzwingen, es kommt aus dem Inneren und hier liegt der besondere Anspruch des Klinikclowns. Den Teilnehmern war die Freude über diesen Beitrag anzusehen.
Nach der  Begrüßung der Teilnehmer durch Herrn Rolf-Peter Hoehle, Verwaltungsdirektor der m&i Klinik, folgte der Vortrag durch die Chefärztin der Frührehabilitation Frau Dr.  med. Clivia Malsch. Sie referierte über neue Therapieverfahren in der Frühreha Phase B. In ihren Ausführungen widmete Sie sich der Aromatherapie und ihrer Anwendung bei Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen.
Familie Harti und Ingrid Zoeger stellten den Weg zurück ins Leben in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Das Leben der Familie wurde völlig umgekrempelt. Ein Weg mit vielen Hindernissen und mit Stolpersteinen auf den Wegen zur Teilhabe. Trotzdem wurde das Leben neu organisiert und Frau Zoeger erkannte auch die Notwendigkeit sich in der Selbsthilfe zu organisieren. Erfreulich ist, so führte sie aus, dass ihr Ehemann Harti die Bemühungen für andere Betroffene und deren Angehörige unterstützt. Heute ist Frau Ingrid Zoeger für den Bundesverband als Landesvertreterin überall dort, wo ihr Erscheinen erforderlich ist. Dafür sagen wir ihr und ihrem Ehemann – Danke. 
„Ich, jung männlich und schädelhirnverletzt – mein Leben danach“. Dieser kurze Beitrag aus einem Film stellte Markus Pobel vor. Sehr interessiert lauschten die Teilnehmer den Ausführungen des Beitrages. Noch interessierter wurden dann die Erläuterungen von Markus aufgenommen, der locker und sicher auf die Fragen zu seiner jetzigen Lebenssituation antwortete. Wir lernten Markus kennen, der es nach 13 Jahren gelernt hat seine Lebenssituation zu „akzeptieren“. Diese Akzeptanz seinerseits lässt ihn erst seit dieser Zeit sein Leben in einem anderen Licht sehen. Markus Pobel „Es fällt mir heute leichter. Ich habe sehr viel Unterstützung durch die Unfallkasse Thüringen erfahren. Ihnen habe ich es zu verdanken, dass ich so weit gekommen bin“. Dafür dürfen wir an diese Stelle der Unfallkasse Dank sagen. Erstaunlich ist die Aussage der Unfallkasse für uns als Angehörige nicht, wenn sie feststellt: “ Durch Markus haben wir auch vieles gelernt. Wir betrachten die schädelhirnverletzten Menschen heute mit einem ganz andern Hintergrundwissen. Das nützt letztendlich beiden Partnern“.
Wir gehen neue Wege in der Kunst- und Musiktherapie. Den Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen  kann durch diese Therapieformen sehr geholfen werden. In ihren Ausführungen wurde auf den individuellen Zugang zu den Patienten verwiesen.  Die Therapie zu einem erfolgreichen Abschluss für den Patienten zu bringen ist Anliegen beider Therapeutinnen.
Frau Anita Willer nutzt die Kunsttherapie zur Wahrnehmung vom eigenen Ich und versucht den Kunsttherapie Patienten diese Wahrnehmung in zeichnerischer Form wiederzugeben. Sehr beispielhaft wurde diese Form der Therapie den Teilnehmern vor Augen geführt. Eine sehr nützliche Form der Therapie, es geht in diesen Stunden auch sehr emotional zu und wenn es dann vollbracht ist, dann ist wieder ein Stück auf dem Weg zur Teilhabe in der Gemeinschaft geschafft. Es hilft zudem auch die Persönlichkeitsentwicklung in dieser sehr schwierigen Zeit positiv zu beeinflussen.
Seit über einem Jahrzehnt ist Fr. Susanne Schodlok Musiktherapeutin.  Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt im ambulanten Bereich. Den schädelhirnverletzten Menschen mit Musik helfen zu können ist ihr persönlicher Anspruch. So setzt sie auch ihre Therapieform bei Menschen im sog. Wachkoma ein – ein Weg der sich erfolgreich in diesem Zustand der Patienten einsetzen lässt. Interessant ist ihre Aussage: „Ich weiß nicht was mich hinter der Tür erwartet. Ich gehe hinein und lasse mich dann auf den  Menschen ein“. Eine wohl wahre Einstellung. Diese wäre eigentlich für jeden Therapeuten interessant und überlegenswert.  Sich einlassen, ist ein Weg um den Zugang zum Individuum zu bekommen. Selbstbestimmt und auf Augenhöhe miteinander umzugehen gehört doch gerade bei schädelhirnverletzten Menschen zu den normalen Umgangsformen.
Spontan wurden die Teilnehmer aufgefordert sich die Klangwiege näher anzuschauen. Eine junge Frau Klangschale ließ sich auf das therapeutische Experiment ein und legte sich hinein. „Ich war total überrascht. Das hätte ich nicht vermutet. Das geht durch und durch“. So die Meinung nach ihrer Selbsterfahrung. Ja, da stimme ich völlig zu. Selbsterfahrung ist durch nichts zu ersetzen.
„Hilfe zur Selbsthilfe“, so das Thema des Vorsitzenden Lothar Ludwig.  In seinen Ausführungen ging er auf die Arbeit der Selbsthilfegruppen ein, die sich auf die inneren Aufgaben konzentrieren und leitete dann auf die äußeren Aufgaben über, die durch den Selbsthilfeverband zu bewältigen sind. Die Rolle der Angehörigen hob er nochmals hervor und schloss bei seinen Ausführungen mit den Worten lassen sie uns „miteinander kommunizieren“. Wir als Angehörige brauchen die professionellen Dienstleister und die Profis müssen erkennen, dass die Angehörigen für ihre Arbeit eine unerlässliche Säule bei der Arbeit mit den Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen sind.  Zoeger Frau Zoeger brachte in ihrem Schlusswort zum Ausdruck, dass dieser Hirntag ein guter Fachtag war. Sie dankte den Organisatoren, den Referenten für ihr Engagement und den Teilnehmern für ihr Kommen.

„Bleiben sie gesund, auf Wiedersehen bis zum nächsten Thüringer Hirntag“.

 

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