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Pflegebedürftigkeit

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Der kranke Mensch steht im Mittelpunkt bei der Pflege


Viel ist und wird  über „Pflege“ geschrieben, gestritten und diskutiert. Dabei geht es hauptsächlich um die Pflege im Allgemeinen. Ich vermisse die Diskussion um die spezielle Pflege von Menschen, die auf Grund ihrer Bedürftigkeit eine medizinische, pflegerische und aktivierende Versorgung benötigen wie schwer Hirnverletzte.
Für Menschen mit schweren uns schwersten Schädigungen des ZNS ist es notwendig, die individuelle Pflege als aktivierende Langzeitpflege sicherzustellen. Pflege sieht jeder  Mensch sehr unterschiedlich.  Die individuelle Sichtweise jedes Einzelnen lässt aber auch  den Anspruch an individueller Pflegeleistung erkennen.  Der Mensch bedarf des Menschen, um  sich pflegen zu lassen. Das bedeutet, dass wir in der heutigen Zeit für die Pflege Dienstleistungen  von Dienstleistern benötigen.  Die moderne Zeit bringt es mit sich, dass die Dienstleistung „Pflege“ in Abhängigkeit vom Menschenbild zu sehen ist. Das erfordert, dass schon in der Ausbildung der Mensch im  Mittelpunkt der professionellen Pflege stehen muss. Deshalb ist es erforderlich den Menschen und sein  Verhalten, in Gesundheit und Krankheit für eine professionelle pflegerische Grundhaltung, zu kennen.

Mehr Transparenz

Es werden heute gute Pflegekräfte ausgebildet. Sie haben ein fundiertes medizinisches und pflegerisches Wissen erlangt. Sie beherrschen die Theorie und müssen sich dann in der Praxis am Menschen beweisen. Es ist gar nicht einfach mit kranken Menschen in Kontakt zu treten und  individuell zu pflegen. Hier geht es nicht nur um Pillen, Spritzen oder Verbände, es geht um die allumfassende medizinische, pflegerische, therapeutische und ethische Verantwortung er Pflegenden.
Die Gesellschaft  ist bestrebt, sich den heutigen Anforderungen an die Pflege zu stellen. So wird zurzeit gerade der Entwurf des Pflege – Weiterentwicklungsgesetzes (PfWG)  diskutiert.  Das Wort beschreibt schon jetzt den Zustand – es ist eine Weiterentwicklung.
Ich greife aus der Vielfalt der Eckpunkte nur einen heraus. Da wird es für aktivierender Pflege und Rehabilitation in Heimen einen finanziellen Anreiz in Höhe von 1.536 € geben. Dieser wird dann gezahlt, wenn sich der Gesundheitszustand verbessert und somit die Einstufung  in eine niedrigere Pflegestufe erfolgen kann.  Wir wünschen  uns eine eindeutige transparente und nachvollziehbare Definition, wann und unter welchen Voraussetzungen die niedrigere Einstufung erfolgt.
Wir erwarten, dass es für den Menschen Verbesserungen in der Pflege geben wird. Wir müssen in unserer Verantwortung als pflegende Angehörige und als Betreuer sorgsam die Entwicklung im Auge behalten. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir  unserer Verantwortung auch besser gerecht  werden. Hier meine ich besonders  in der Forderung nach Qualität in der pflegerischen Versorgung unnachgiebig zu sein. Das ist um so wichtiger, als dass unsere Betroffenen sich zum Teil nicht mehr selbst artikulieren können und auf die Wahrnehmung ihrer Interessen durch die Betreuer bzw. Angehörigen angewiesen sind.

Angemessene Finanzierung

Der Grundsatz „ambulant vor stationär“ wird gestärkt. Das heißt aber auch, dass dann  die häusliche Pflege auch ihren angemessenen Stellenwert bekommt.  Wir erleben es in der Praxis, dass  häusliche Intensivpflege mit und ohne Beatmungspflicht Hervorragendes leistet. Gleichzeitig erleben wir in der Praxis, dass diese häusliche Pflege durch die Krankenkassen nicht angemessen gestützt wird.
Qualität in der Pflege hat seinen Preis, egal wo sie stattfindet. So kann es nicht eben mal ein ambulanter Pflegedienst sein, der  durch die Krankenkassen verordnet wird, weil er eben „kostengünstig“ ist.
 In einer Presseerklärung der Heimbeatmungsservice Brambring Jaschke GmbH, beklagt sich  Christoph Jaschke, Geschäftsführer, über folgenden Umstand: „Wir beklagen die Bigotterie, mit der sowohl viele Gesundheitspolitiker als auch viele Kostenträger beständig daran arbeiten, die Stundensätze zu verringern, um in dem Augenblick, zu dem Verletzung der Menschenwürde durch ungenügende Pflege offenbar wird, so zu tun, als seien sie überrascht, dass erzwungenes Lohndamping zu katastrophalen Pflegeergebnissen führt.“
Ich stimme dieser Betrachtungsweise aus eigener Sicht voll zu. Hier ist es notwendig  sich den hohen Ansprüchen an die spezielle Pflege zu stellen.  In den letzten Jahren wurden Strukturen in stationären Einrichtungen geschaffen, die die spezielle Pflege von Hirngeschädigten Menschen, zum Beispiel Wachkoma-Patienten, rund um die Uhr in hoher Qualität leisten können.  Die BAR hat dazu entsprechende Rahmenempfehlungen mit Zustimmung der Spitzenverbände der Krankenkassen und anderer Kostenträger erarbeitet. So auch für Phase F-Patienten.  Wir stellen aber leider fest, dass  sie auch hier die Kosten  bei ihren Entscheidungen in  den Mittelpunkt stellen, Ausnahme die Berufsgenossenschaften.  Was nutzt dem Menschen im Wachkoma ein Bett, wo er unter vielen alten Menschen im Pflegeheim abgelegt wird. Aktivierende Pflege nach einem Konzept findet hier nicht statt, schon gar nicht, wenn das entsprechende Fachpersonal nicht vorgehalten wird.

Bereitstellung von Hilfsmittel

Es gehört zur aktivierenden Pflege eine individuell abgestimmte Pflegeplanung. Diese Planung findet im Regelfall im Rahmen des interdisziplinären Teams statt. Dazu zählen der Hausarzt, Fachpflegekräfte, Therapeuten, Fachärzte aber auch die Angehörigen. Die „Aktivierung“ beginnt schon beim Kommunizieren mit dem Betroffenen und setzt sich fort  bei allen Leistungen der Grund- und Behandlungspflege  sowie den alltäglichen Verrichtungen. Da ist der individuelle Rollstuhl für den Menschen im Wachkoma ein Gebot der Stunde, denn er dient im Besonderen der Aktivierung und gewährleistet zusätzlich die Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben in der Gemeinschaft. Für Menschen mit Tracheostoma und für Menschen die beatmet werden, sind noch Besonderheiten in der individuellen Bereitstellung der Hilfsmittel zu beachten. Hier ist die Fachkompetenz von Medizintechnikern erforderlich, die die individuell  Bereitstellung und Verwendung der Hilfsmittel begleiten müssen.  Hilfsmittel sind auch hier durch Qualitätsanforderungen geprägt. Billig ist hier bestimmt nicht gut – und zum Teil auch kontraproduktiv!

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