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Allein, Niemand versteht mich!

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Allein,  Niemand versteht mich!

So fühlen viele Betroffene und Angehörige. Die Bekannten, Freunde und auch viele Verwandte können mit der veränderten Situation nicht umgehen und kommen immer seltener oder gar nicht mehr.  Sie können das Leid nicht ertragen oder die Wesensveränderung des Hirnverletzten.  Meist wollen sie nicht mit einer schweren Krankheit bzw. Behinderung konfrontiert werden, weil es sie daran erinnert, dass auch sie evtl. einmal schwer krank werden könnten. Leider machen sie sich keine Gedanken darüber, was sie empfinden würden, wenn sich dann keiner mehr um sie kümmert.  Ob sie dann wohl anders denken bzw. handeln würden?
 
Manchmal machen es die Hirnverletzten und die Angehörigen ihrer Umwelt auch nicht leicht, mit ihnen Kontakt zu halten. Die Hirnverletzten sind unzufrieden und fühlen sich missverstanden. Die Angehörigen sind nervlich am Ende und klagen viel. Alles dreht sich nur noch um den schwergeschädigten Familienangehörigen, an anderen Dingen und Gesprächsthemen haben sie kein Interesse mehr. Das können Nichtbetroffene nicht verstehen und das schreckt sie ab.

Muss das so sein? Mit etwas gutem Willen und Verständnis von beiden Seiten kann man den Kontakt aufrecht erhalten oder wieder herstellen.  Jeder vermeintlich Gesunde sollte daran denken, dass er selbst einmal in die Lage kommen könnte. Und wir Angehörigen sollten versuchen uns auch für andere Dinge zu interessieren, nicht nur für die Pflege und Betreuung unseres Betroffenen.

Natürlich kann man niemanden bedrängen, dass er mit uns spricht oder uns besucht. Auch tatkräftige Hilfe sollte man nicht zu viel erwarten.  Aber „kluge Sprüche“ muss man sich nicht unbedingt anhören, dann sollte man besser auf diese „Freunde“ verzichten.

Deshalb ist es wichtig, mit Gleichbetroffenen in einer Selbsthilfegruppe zusammen zu kommen. Dort wird man in der Regel viel besser verstanden, weil alle ein ähnliches Schicksal bewältigen müssen.  Außerdem bekommt man dort wirklich guten Rat und oft auch Hilfe. Daraus können dann wieder Bekanntschaften oder vielleicht sogar neue Freundschaften entstehen. Oft trifft man sich nicht nur zum Erfahrungsaustausch, sondern man unternimmt gemeinsame Ausflüge oder andere Freizeitaktivitäten
.
Wenn Sie nicht allein bleiben wollen, so nehmen Sie Kontakt mit Gleichbetroffenen auf. Kommen Sie zu den Gruppentreffen, nehmen Sie an Veranstaltungen der Selbsthilfegruppe und des Verbandes teil oder rufen Sie an.  Wir haben Verständnis für Ihre Situation und möchten Ihnen helfen, so weit es unsere Kräfte und Zeit zulassen.

Regine Lübke

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