SHV – FORUM GEHIRN e.V. auf der 22. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation e.V. (DGNR)

Das Thema der Jahrestagung lautete:

Bewegung in der Neurorehabilitation: Neurorehabilitation in Bewegung“

Die Jahrestagung war geprägt von der Auseinandersetzung mit vielen, verschiedenen Themen der Neurorehabilitation. In 22 Symposien und 13 Workshops wurden die unterschiedlichen Themen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den Bereichen der Medizin, Therapie und Pflege beraten. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Beiträge stand der Schlaganfallpatient. Das mag auch berechtigt sein auf Grund der großen Anzahl von Schlaganfallpatienten, es fehlte jedoch die Diskussion um die Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen.

Das spiegelte sich auch in der Podiumsdiskussion wider, welche zum Thema: „politische Rahmenbedingungen und Entwicklungen in der Neurorehabilitation“ unter der Leitung von Herrn Dirk Kruse vom Bayerischer Rundfunk, Studio Franken mit den nachfolgenden Personen (auf dem Bild v. links) durchgeführt wurde:

  • Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, Dr. H. Neft

  • GKV-Spitzenverband, Frau I. Backes

  • MDK Bayern, Fachbereich Psychiatrie, Psychotherapie, Neurologie, Dr. G. Hahn

  • Deutsche Rentenversicherung Bund, Dr. A. Nebe

  • Referatsleiter Heilbehandlung/Medizinische Rehabilitation, DGUV, Dr. M. Oberscheven

  • Leitung von Herrn D. Kruse vom Bayerischer Rundfunk

  • für den DVfR, Prof. Dr. med. P. -W. Schönle

  • Vorsitzender der DGNR e. V., Prof. Dr. med. E. Koenig

  • Bundesvorsitzender des SHV – FORUM GEHIRN e.V., L. Ludwig

  • Bereichsleiter Integrierte Schlaganfall-Versorgung, Dr. J. Fröhlich

 

Die Podiumsdiskussion brachte keine neuen Erkenntnisse, war sie doch geprägt von zwei unterschiedlichen Standpunkten. Die Vertreter der Rehabilitationsträger brachten, wie auch nicht anders zu erwarten war, ihre Argumentation zum Ausdruck. Aus ihrer Sicht gibt es keine besonderen Problemfelder in der Rehabilitation. Es wurden auch die Bemühungen des DGUV als Rehabilitationsträger hervorgehoben. Lothar Ludwig forderte dazu auf, sich um die Belange der Betroffenen vor Ort im Detail zu bemühen. „Es gibt zu viele Probleme bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. Es ist nicht gewährleistet, dass der neurologische Patient nach der Akutklinik in die neurologische Frührehabilitation – Phase B weitergeleitet wird. Das Recht auf Rehabilitation wird nicht jedem Patienten gewährt. Die Rehabilitationsträger müssen sich vor Ort davon überzeugen, was an der Basis tatsächlich geschieht“.

Positiv ist zu bewerten, dass es eine Sondersitzung zum Thema: „Lebensbewältigung und Selbsthilfe“ gab. Leider war die Anzahl der Tagungsteilnehmer nicht zufriedenstellend. Unser Verband wurde durch unseren Bundesvorsitzenden, Lothar Ludwig, vorgestellt.

Langjährige Selbsthilfeerfahrung und eine aktive Betreuung der Betroffenen mit ihren Familien, kompetente Beratung, Schulung und Weiterbildung kennzeichnen die Arbeit des Verbandes.

Neben den wichtigen Aufgaben der unmittelbaren Hilfe und Unterstützung steht auch die Öffentlichkeitsarbeit im Mittelpunkt. Leider ist festzustellen, dass die Interessen der Leistungs- und Rehabilitationsträger nicht immer mit den Interessen der Selbsthilfe in Einklang zu bringen sind. Noch immer müssen die Betroffenen um ihre Rechte kämpfen und evtl. auch ihre Rechte einklagen. Die Leistungsträger- und Rehabilitationsträger stellen immer noch die Kostenargumentation in den Vordergrund und nicht den individuellen Bedarf des Betroffenen in den Mittelpunkt ihrer Leistungen.

Weitere Ausführungen wurden zu den Organisationsstrukturen des Verbandes gemacht.

Für die Selbsthilfe war die Jahrestagung ein Erfolg. Die vermittelten neuen Erkenntnisse werden wir aufgreifen, um sie mit unseren Partnern zu vertiefen. Dies wird eine der wichtigen Aufgaben im neuen Jahr sein. Dazu zählen wir auch das Thema „neurologische Frührehabilitation – Phase B“.

November 2012

 

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