Voraussetzung zur Teilhabe für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen (MeH)

Die Fachtagung unseres Verbandes zum obigen Thema wurde im Haus Monika (Fachpflegeeinrichtung der Alexianer Köln GmbH) erfolgreich durchgeführt.

Roswitha Stille Bundesvorsitzende begrüßt alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Roswitha Stille Bundesvorsitzende begrüßt alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Roswitha Stille, Bundesvorsitzende unseres Verbandes, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung. Besonders erfreut war sie, dass die Ministerin Frau Barbara Steffens (Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter in NRW, MGEPA) persönlich teilgenommen hat. Nach der Begrüßung und einer kurzen Schilderung der aktuellen Situation in NRW durch Frau Dr. Ursula Becker (Geschäftsführerin der Dr. Becker Klinikgruppe), hielt die Ministerin Frau Barbara Steffens ihren Vortrag über die Rehabilitationsmöglichkeiten bis hin zum selbstbestimmten Leben und die geplanten Verbesserungen in diesem Bereich. Sie erläuterte den neuen Weg der Vernetzungen von Akutkrankenhäusern und Rehabilitationskliniken, die dann auch in den Krankenhausplan aufgenommen werden können. Sie äußerte sich zuversichtlich, dass diese Kooperation erfolgreich sein wird. Nach der Rehabilitation sollte ein inklusives Leben in der Gesellschaft möglich sein. Wichtig ist, den Patienten wieder zurück zur Selbstständigkeit zu bringen. Leider ist die Pflegeversicherung nicht darauf ausgerichtet. Deshalb müssen die Begriffe Normalität und Selbstbestimmung in der Gesellschaft neu diskutiert werden. Wie viel Selbstbestimmung muss ermöglicht werden? Ist Selbstbestimmung auch Würde oder schließt Würde Selbstbestimmung aus?

 

Rahmenbedingungen neu betrachten

Ministerin Frau Barbara Steffens des MGEPA NRW

Ministerin Frau Barbara Steffens des MGEPA NRW

Ministerin Steffens sprach auch den heftigen Verteilungskampf im Gesundheitswesen an. Folgende Fragen müssen geklärt werden, um die richtigen Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung festzulegen:

  • Wie können bzw. sollten die Versorgungsstrukturen in der Zukunft aussehen?

  • Welche Leistungen sollen wie erbracht werden? (Diese Frage muss auf Bundesebene geklärt werden.)

  • Wie können wir das technisch Mögliche auch realisieren?

Nach Meinung der Ministerin ist auch die Selbsthilfe wichtig für das Gesundheitswesen.

Unser SelbstHilfeVerband bedankt sich bei Ministerin Barbara Steffens für Ihre Teilnahme und Ihre ausführliche Stellungnahme. Ihre Anwesenheit ist eine Wertschätzung aller Patientinnen und Patienten, die auf eine erfolgreiche Rehabilitation angewiesen sind.

Karl-Eugen Siegel, stellv. Vorsitzender des Verbandes

Karl-Eugen Siegel, stellv. Vorsitzender des Verbandes

Anschließend folgte ein Beitrag des stellv. Vorsitzenden Karl-Eugen Siegel über Inklusion. Wobei er erläuterte, dass Rehabilitation die Grundvoraussetzung für Inklusion ist. Wichtig seien die Rückkehr zur Normalität (Zuhause, Familie, Freunde, Gemeinde) und die Einbeziehung der Betroffenen.

Herr Dr. Ebke (Chefarzt Neurologie, Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik) ging in seinem Vortrag „Neurologische (Früh-)Rehabilitation anhand der Akut- und Rehabilitationsbehandlung der BAR“ auf die Geschichte der Neurorehabilitation ein und erläuterte die heutige Situation speziell in Nordrhein-Westfalen (NRW).

 

3 Workshops regten zur Diskussion an

In den drei Workshops wurden Probleme der Überleitung bis zur Nachsorge aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und diskutiert.

Dipl.-Soz. Arb./Päd. Susanne Umbscheiden, (MA, Case Managerin) diskutierte die „Überleitung des Patienten aus der Intensivstation / Frührehabilitation (A – B / B – C oder A/ B – F)) – wohin?“

Einrichtungsleiterin Elke Feuster, Haus Monika der Alexianer Köln GmbH, betrachtete und diskutierte in Ihrem Workshop „Erfahrungsbericht zur Übernahme aus der Reha – in die Nachsorge“.

Im dritten Workshop stellte Frau Regina Specht, Case Managerin (DGCC zertifiziert) das Projekt „LAKIK – Intersektorale Kooperation – für eine lösungsorientierte und bedarfsgerechte Versorgung von Patienten mit erworbenen Hirnschäden“ vor.

Jürgen Zurheide, Journalist, moderierte den Fachtag

Jürgen Zurheide führte die Podiumsdiskussion

Jürgen Zurheide führte die Podiumsdiskussion

Auf der abschließenden Podiumsdiskussion wurden nochmals die unterschiedlichen Sichtweisen und Meinungen diskutiert. Dr. Julius Siebertz aus dem Gesundheitsministerium in NRW hob die Vorteile der geplanten Kooperation zwischen Akutklinik und Rehaklinik hervor. Durch die Aufnahme der kooperierenden Rehabilitationsklinik in den Krankenhaus-Plan ist eine Verlegung von der Akut- in die Rehaklinik problemlos möglich, ohne dass zuvor bei der Krankenkasse ein Rehabilitationsantrag gestellt und bewilligt werden muss. Im Sinne der (neu-) betroffenen neurologischen Patienten hoffen wir als aktiver SelbstHilfeVerband, dass sich die (Früh-) Reha-Situation in NRW demnächst deutlich verbessert.

 

Fazit

Die Wichtigkeit und der dringende Handlungsbedarf bezüglich der Frührehabilitation als Behandlungsphase nach BAR bei schweren und schwersten Schädigungen des zentralen Nervensystems (in NRW und darüber hinaus), wurden auch durch die zahlreiche Teilnahme von Chefärzten, Ärzten, Sozialarbeitern und Pflegekräften aus dem Bereich der Akut- und Rehakliniken an dieser Veranstaltung deutlich.

Unser Verband wird die weitere Entwicklung der neurologischen Frührehabilitation bundesweit im Auge behalten. Weitere Veranstaltungen zu wichtigen Themen sind auch in den folgenden Jahren vorgesehen.

Die Vorträge des Fachtages können Sie unter You Tube auf unserer Homepage ansehen.

November 2014

pdf

 Vortrag Dr. med. M. Ebke Neurologische Frührehabilitation 2014 (907)

 

 


 

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