Liebe Mitglieder!

Sie haben nicht nur uns als Vorstand für weitere drei Jahre gewählt – dafür auch von meiner Seite ein ganz herzliches Dankeschön für Ihr Vertrauen in unsere Arbeit – sondern auch die Themen für unseren 2. Deutschen Hirntag. Ein Projekt, in dem SIE die zukünftige Ausrichtung unserer Schwerpunktthemen mitbestimmen.

2ht

Wir hatten Sie alle gefragt, was Ihnen auf dem Herzen liegt und welche Themen Sie sich wünschen. Vorsichtig und zögerlich haben Sie sich eingebracht. Dafür sind es nun sehr spannende Themen und ich vermute, es geht Ihnen nun so wie mir:

„Ich würde gerne in alle vier Workshops gehen!“

Denn alle vier Themen sind interessant und ich würde mich auch gerne in jedes aktiv einbringen. – Und genau das ist es ja, was uns in der Selbsthilfe bewegt:

„Wir müssen selbst etwas auf den Weg bringen!“

Aber bevor etwas auf den Weg gebracht werden kann, muss geklärt werden, welche Bedürfnisse, welche Notwendigkeiten und auch welche Wünsche vorhanden sind.

Das ist auch die Vorgehensweise, die bei der Methode einer Zukunftswerkstatt Anwendung findet. Der Workshop:

hirntagPeersupport, was können wir Betroffenen selbst in die Hand nehmen?

will zunächst anhand der Problem- und Kritikphase aufzeigen, wo sich Knackpunkte, Belastendes, Kritikwürdiges oder Problembehaftetes befinden.

Danach kommt, mit Kreativität und Phantasie, das Überwinden dieser Probleme. Es entsteht ein Wunschhorizont.

In der dritten Phase wird das gegenwärtig noch Unerreichbare auf den Boden der Tatsachen gebracht und versucht in realisierbare Projekte umzusetzen.

Peersupport heißt dabei so viel wie: Betroffene helfen aus ihren eigenen Erfahrungen ähnlich Betroffenen. Hierbei wird dann auch verständlich, dass dieser Peersupport sehr schnell von der theoretischen Ebene auf die tagesrelevanten Problemstellungen und deren Lösungen hingeführt wird. Ein Austausch unter Betroffenen.

Die Umsetzung auf eine reale Ebene soll, wie im Falle der

Tagesstruktur und wenn die Angebote vor Ort fehlen?

auch durch Erfahrungen anderer untermauert werden. Ein Austausch zwischen den Wünschen und eines bereits realisierten Projektes soll Anregung und Motivation sein, aber ist nicht als Rezept für die Umsetzung vorgeschrieben. Denn nicht alles muss neu erfunden werden. Die Heidelberger Selbsthilfegruppe z.B. hat aus dem Mangel an einer Tageseinrichtung für hirnverletzte Menschen, eine seit Jahren etablierte Tagesförderstätte „Treffpunkt SHV“ geschaffen.

Ängste! Und wer hilft den betroffenen Angehörigen?

Wer kennt sie nicht? Die Angst um einen Partner, das Kind, die Mutter auf der Intensivstation. Aber auch danach sind diese Ängste nicht einfach weg, es kommen viele weitere hinzu. Das Leben des Betroffenen ist gerettet, doch wie wird die Familie (finanziell, emotional) überleben? Das Trauma einer Hirnverletzung wird behandelt, doch wie gehen wir als Angehörige mit unseren Ängsten, mit unserem eigenen tiefen Trauma um?

Sicherlich, eine Möglichkeit wäre der Anschluss an eine Selbsthilfegruppe. Doch bundesweit gibt es noch viel zu wenige.

Selbsthilfe, was bringt mir die?

Neue Wege sollen angedacht und ausprobiert werden. Grundlage werden Ihre Wünsche sein und sollen dann wie bei den anderen Workshops auch in reale Projekte mit Ihnen vor Ort umgesetzt werden. Hier möchte ich insbesondere unsere Mitglieder in Baden-Württemberg und Bayern zum Mitmachen auffordern, denn in den beiden Bundesländern soll ja bereits dieses Jahr mit einem Selbsthilfenetzwerk begonnen werden.

Als Ergebnis aller vier Gruppen sollen realisierbare Ziele formuliert werden und im Anschluss zu Projekten vor Ort umgesetzt werden.

Der Vorstand wird zusammen mit Ihnen als engagierte Teilnehmer eine Projektskizze erstellen und die unterschiedlichsten Fördermöglichkeiten auf eine machbare Finanzierung hin prüfen.

So wäre es möglich, dass Ihr Wunsch in ein reales Projekt vor Ort umgesetzt wird.

Dafür ist aber der engagierte Einsatz im Sinne der SELBST-HILFE unabdingbar, gemäß unserem Leitspruch:

„Gemeinsam Schicksale bewältigen“

Karl-Eugen Siegel
k.e.siegel@shv-forum-gehirn.de


Veranstaltungsort:

Bildungszentrum Erkner e.V.
Seestraße 39
15537 Erkner

Programm:

Anreise: Freitag, 8. Juni 2018

Programm: Samstag, 9. Juni 2018

09.00 Uhr Begrüßung

09.10 Uhr Einführung

09.30 Uhr Fallbeispiel 1: Tagesstruktur und wenn die Angebote vor Ort fehlen?
09.45 Uhr Fallbeispiel 2: Peersupport, was können wir Betroffenen selbst in die Hand nehmen?

10.00 Uhr Fallbeispiel 3: Ängste! Und wer hilft den betroffenen Angehörigen?
10.15 Uhr Fallbeispiel 4: Selbsthilfe, was bringt mir die ?
10.30 Uhr Workshop Teil 1

12.30 Uhr Mittagspause

13.30 Uhr Workshop Teil 2

15.00 Uhr Kaffeepause

15.30 Uhr Präsentation der Ergebnisse
16.30 Uhr Diskussion und weiteres Vorgehen
17.30 Uhr Ende der Veranstaltung
18.00 Uhr Abendessen / Gesprächsplattform

Abreise: Sonntag, 10. Juni 2018

Anmeldung:
SelbstHilfeVerband – FORUM GEHIRN e.V.
– Geschäftsstelle –
Bahnhofplatz 6
89518 Heidenheim

Telefon: 07321 5306856
E-Mail: info@shv-forum-gehirn.de
www.hirntag.de


Das Projekt 2. Deutscher Hirntag wird im Rahmen der Selbsthilfeförderung nach § 20 h Sozialgesetzbuch V finanziert durch die BARMER. Gewährleistungs- oder Leistungsansprüche gegenüber der Krankenkasse können daraus nicht erwachsen. Für die Inhalte und Gestaltung ist der SelbstHilfeVerband – FORUM GEHIRN e. V.  verantwortlich. 
BARMER_Logo_RGB

Diesen Beitrag teilen