Bis zum Februar 2019 war die Mobilitätsservicezentrale der Deutschen Bahn für die Anmeldung und Koordinierung von Hilfeleistungen für Behinderte beim Ein-, Um- und Ausstieg als zentraler Dienstleister zuständig.

Bahnreisende mit Behinderung bleiben auf der Strecke

Bahnreisende mit Behinderung bleiben auf der Strecke

Jetzt müssen die privaten Eisenbahnunternehmen dafür zahlen und nur wenige Privatbahnen haben sich dafür entschieden, die Leistungen der Mobilitätsservicezentrale zu nutzen und diese auch zu vergüten. Die meisten Eisenbahnunternehmen führen diese Dienstleistung jetzt in Eigenregie aus, d.h. der behinderte Reisende muss bei jedem dieser Unternehmen einzeln anrufen. Meist sind dort die Mitarbeiter überfordert oder teilen mit, dass sie gegebenenfalls beim Ein- und Ausstieg behilflich sind, aber keine Umstiegshilfe anbieten können.

Dies ist für unsere Schädel-Hirnverletzten, die auf Umstiegshilfe angewiesen sind, eine Katastrophe. Im schlimmsten Fall bedeutet dies, dass die geplante Reise nicht angetreten werden kann. Wie soll da Barrierefreiheit, soziale Teilhabe und Inklusion funktionieren?

Wir fordern alle Eisenbahnunternehmen dazu auf, die bisherige Regelung mit einer zentralen Service-Nummer aufrecht zu erhalten und sich über die Finanzierung zu einigen.

Roswitha Stille
r.stille@shv-forum-gehirn.de

Diesen Beitrag teilen