Bericht über den Fachtag „Rehabilitation und Teilhabe aus multiprofessioneller Sicht“ in Kamen

Im TagesTrainingsZentrum (TTZ) Kamen fand am 30.06.2017 ein sehr gut besuchter Fachtag zum Thema „Rehabilitation und Teilhabe aus multiprofessioneller Sicht“ statt, den der SelbstHilfeVerband – FORUM GEHIRN e.V. zusammen mit der FAW (Fortbildungsakademie der Wirtschaft) organisiert und durchgeführt hat.

Rege Teilnahme am Fachtag - Fotograf: Mark Ansorg / FAW

Rege Teilnahme am Fachtag – Fotograf: Mark Ansorg / FAW

Zu Beginn erläuterte der Neuropsychologe Andreas Tiede in einem spannenden Vortrag die ganzheitliche Arbeitsweise bei der Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit erworbener Hirnschädigung aus psychologischer Sicht, auch an konkreten Beispielen aus seiner Praxis. Zusätzlich zur neuropsychologischen Therapie, die nach einem individuell auf jeden Betroffenen zugeschnittenen Behandlungsplan durchgeführt wird, gehören auch Methoden zur Tiefenentspannung und in speziellen Fällen die Hypnose. Als Beispiel für die Wirksamkeit der Therapie hat ein Patient seine Teilnahme an einem besonderen Segelprojekt erläutert und ein zweiter Patient hat mit einer selbst geschriebenen und vorgetragenen Sprechgesangseinlage (Rap) begeistert.

Marco Räbsch begeisterte die Teilnehmer mit seinem Sprechgesang

Marco Räbsch begeisterte die Teilnehmer mit seinem Sprechgesang – Bild: Kerstin Arndt

Auf diese Weise konnte er nach dem Schädel-Hirn-Trauma über seine Gefühle „sprechen“ und sie so seinem sozialen Umfeld mitteilen.

Nach einem Podiumsgespräch fanden am Nachmittag drei verschiedene Workshops statt. Frank Sodermanns hat im Workshop 2 zum Thema „Welchen Stellenwert hat Mobilität in der Teilhabe?“ referiert und in einem Filmbeitrag dargestellt, dass auch schwerstbehinderte Menschen eine Fahrerlaubnis erlangen können, wenn die Fahreignung durch ein Gutachten festgestellt wurde und die erforderlichen technischen Anpassungen bzw. Umbauten am Fahrzeug vorhanden sind.

Die im Gutachten angegebenen Auflagen und Beschränkungen müssen im Führerschein eingetragen werden und sind zwingend erforderlich. Umbauten am Fahrzeug müssen ebenfalls in den Fahrzeugpapieren eingetragen werden. Bei Verletzung der Auflagen besteht die Gefahr von erheblichen Konsequenzen bis hin zum Verlust des Versicherungsschutzes. Verantwortlich dafür ist allein der Fahrer/in. In dem Workshop wurden einige Fahrhilfen (Handbedienung, Lenkhilfen) vorgestellt. Wichtig ist eine ausführliche individuelle Beratung vor dem Fahrzeugumbau bei einem erfahrenen Fahrzeugumbaubetrieb.

Während der Veranstaltung konnten die Teilnehmer die Roll Ups der Wanderausstellung „Lust am Leben“ , aber auch das TagesTrainigsZentrum (TTZ) Kamen besichtigen.

„Es war eine hochinteressante Tagung mit vielen interessierten Besuchern. Ein herzliches Dankeschön an das Team vom TTZ Kamen und der FAW und an alle Referenten/innen und Helfer/innen und natürlich auch der TK (Techniker Krankenkasse) für die finanzielle Unterstützung.“

Roswitha Stille
r.stille@shv-forum-gehirn.de